Mobiles Nano Smart Grid: Temporäre Energieversorgung der Tempelhofer Freiheit

Projektbezeichnung: Mobiles Nano Smart Grid: Temporäre Energieversorgung der Tempelhofer Freiheit
Firma/ Institution: Buro Happold
Kategorie: Kategorie B
Jahr: 2013
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg

In der Stadtentwicklung gewinnen temporäre Nutzungen zunehmend an Bedeutung. Pioniernutzer erobern Brachflächen mit Zwischennutzungen, qualifizieren Stadträume und öffnen diese damit für die breite Stadtgesellschaft. Die Öffnung der Tempelhofer Freiheit in Berlin, dem ehemaligen Flugfeld des Flughafens Berlin-Tempelhof, ist ein hervorragendes Beispiel für die Aneignung von städtischen Räumen durch Zwischennutzer. Problematisch dabei ist, dass diese Nutzungen oftmals Räume bespielen, die häufig nur über begrenzte oder ungeeignete Infrastrukturen der Strom,- Wasser und Wärmeversorgung verfügen. Nicht selten kommen wenig nachhaltige Maßnahmen wie Stromgeneratoren oder Autobatterien zum Einsatz. Fest installierte Infrastrukturen sind aber aufgrund der zeitlich begrenzten Nutzung unwirtschaftlich und unflexibel.

Die Studie „Mobiles Nano Smart Grid Tempelhofer Frei¬heit” untersucht die Potenziale innovativer Infrastrukturlösungen anhand der Zwischennutzungsprojekte auf dem Tempelhofer Feld. Ziel unserer Arbeit war die Entwicklung einer dezentralen und flexiblen Versorgungsinfrastruktur, die mobil und wiederverwendbar ist. Dabei lag der Fokus auf der Stromversorgung, mit der Prämisse, Strom aus erneuerbaren Ressourcen (Sonne, Wind und Biomasse) zu nutzen.

Im Zentrum unseres Nano Smart Grids steht ein mobiler und intelligenter Energiecontainer, die „BeBox“, die die Stromproduktion und -verteilung der Nutzer bedarfsabhängig koordiniert. In diesem ersten Schritt zu einem voll etablierten Smart Grid erfolgt die Energiegewinnung ausschließlich auf der Basis erneuerbarer Energien. Alle benötigten Bedarfe können durch die BeBox abgedeckt werden - damit ist sie autark. In einer zweiten Ausbaustufe werden die Pioniere Strom aus eigenen Anlagen in das Smart Grid einspeisen, das dann den Energiefluß mißt, verteilt und abrechnet. Um die Flexibilität und Mobilität der Anlage zu gewährleisten, erfolgt die Vernetzung zwischen der BeBox und den Pionieren oberirdisch. Alle Elemente des Netzwerkes sind wiederverwendbar und dadurch wirtschaftlich und nachhaltig.

Das Mobile Nano Smart Grid zeichnet sich durch seinen ökonomischen, flexiblen, autarken, intelligenten und modularen Plattformcharakter aus. Die Finanzierung der ersten Ausbaustufe des Mobilen Nano Smart Grids mit der BeBox als Herzstück ist gesichert und die Umsetzung für Ende 2013 geplant.

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Ansprechpartner

Jochen Rabe (Telefon: 0308609060)

Buro Happold und THF
BeBox - Erste Ausbaustufe des Mobilen Nano Smart Grids