Die Klimaschutz-Datenbank

Mit vielen renommierten Projekten hat sich unser Preis „KlimaSchutzPartner des Jahres“ als eine der traditionsreichsten Auszeichnung für innovativen Klimaschutz in Berlin etabliert. Überzeugen Sie sich selbst. In unserer Projektdatenbank können Sie sich über alle eingereichten Projekte informieren. Unsere Karte zeigt Ihnen auf einen Blick, wo konkrete Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Wie bei jedem Wettbewerb können aber nicht alle Teilnehmer gewinnen. Oft liefern sich die Bewerbungen jedoch ein Kopf an Kopf Rennen. Denn sie zeichnen sich durch einen hohen Grad an Innovation und Vielfältigkeit aus. Die Preisträger sind sofort durch die stärker markierten Projekte zu erkennen.  

 

STADT(H)AUSTAUSCH - Soziale und klimaschonende Stadtentwicklung in Berlin Düppel

Projektbezeichnung
STADT(H)AUSTAUSCH - Soziale und klimaschonende Stadtentwicklung in Berlin Düppel
Firma/ Institution
KRP Architektur GmbH
Ansprechpartner
Thomas Kolb, Johanna Leyh (Telefon: 030-694 85 33)
Kategorie
B
Jahr
2022
Bezirk
Steglitz-Zehlendorf
STADT(H)AUSTAUSCH  - Soziale und klimaschonende Stadtentwicklung in Berlin Düppel
KRP Architektur GmbH
STADT(H)AUSTAUSCH

Die demografische Entwicklung und erhöhte Ansprüche führen zu einem stetig wachsenden Flächen- und Energieverbrauch trotz gleichzeitig zunehmender Klimaschutzbemühungen. Zudem wächst die Schere zwischen steigenden Bau- und Immobilienpreisen und den Anforderungen an bezahlbaren Wohnraum für die breite Bevölkerungsschicht. Das derzeitige Modell der direkten oder indirekten Subventionierung führt zu einer extremen Belastung der staatlichen Haushalte bei zu geringer Wirkung für den Sozial- und Klimaschutz.

Diese Ideenskizze versucht am Beispiel einer Wohnsiedlung in Berlin-Düppel neue Wege aufzuzeigen, wie mit begrenzten staatlichen Eingriffen in gezielte Quartiersinterventionen eine große Hebelwirkung erzielt werden kann, um eine flächeneffiziente, klimaschonende und kostenbewusste Stadtentwicklung zu ermöglichen.

Die Siedlungsstruktur in Berlin-Düppel wird durch Einfamilienhäuser der 1960er-Jahre geprägt. Ein hoher Altersdurchschnitt und die geringe Dichte sind spürbar. Älteren Bewohner:innen verlassen Ihre zu groß gewordenen Häuser nur selten, weil es an geeigneten Alternativen in ihrer gewohnten Umgebung mangelt. Gleichzeitig stellt der derzeitige Immobilienmarkt insbesondere für junge Familien eine große Herausforderung dar.

Lösungsansatz:

  1. Das Land vergibt ein eigenes Grundstück mit Erbbaurecht an eine Genossenschaft, die sich verpflichtet, zu einem Festpreis barrierefreie Wohnungen im Null-Energie-Standard zu bauen.
  2. Die Genossenschaft errichtet 20 barrierefreie Wohnungen für 1-2 Personen mit Gemeinschaftsflächen und Nachbarschaftsangeboten für 3.500 €/m². Vergleichbare Marktangebote sind meist überteuert und werden nur mit dem üblichen Energiestandard der 2010er-Jahre angeboten.
  3. Die Genossenschaft bietet den Hauseigentümer:innen neue Wohnungen im gewohnten Umfeld zu 4.000 €/m² an, wenn sie ihr Haus an die Genossenschaft für die gleiche Kaufpreisdifferenz verkaufen, die auch auf dem freien Markt erzielbar wäre. Die Erbpacht wird übertragen und über das Wohngeld bezahlt.
  4. Der Kaufpreis der Häuser wird durch diese Maßnahme so stark gegenüber dem Marktpreis reduziert, dass die Genossenschaft eine Sanierung auf höchsten Energiestandard realisieren kann und den Verkauf trotzdem deutlich unter den Marktpreisen bei optimalem Energiestandard anbieten kann.
  5. Die Genossenschaft vergibt die Hausgrundstücke an die Kaufenden als Erbpacht, um Spekulationen zu verhindern. Kaufpreis und Verbrauchskosten liegen deutlich unter den Marktpreisen. Die Belegung der Häuser mit durchschnittlich vier Personen führen zu einer höheren Flächeneffizienz.

Effekt:

Das Land Berlin hat ein Grundstück durch ein Erbbaurechtsvertrag in Nutzung gebracht und beteiligt sich an der Förderung der Energieeffizienz durch bestehende Programme. Bedingt durch die Um- und Zuzüge im Quartier steigt die Zahl der Bewohner:innen um 250 % und der Flächenverbrauch sinkt von 70 m² Wohnfläche je Einwohner:in auf 34 m².

Ältere Ortsansässige können im Quartier bleiben, da sie nun über barrierefreie Wohnungen mit Betreuungsmöglichkeit verfügen. Ihr Energieverbrauch und damit die Verbrauchskosten und der CO2-Verbrauch werden signifikant um 95 % gesenkt.

Neue Bewohner:innen (bevorzugt Familien) können ein energieeffizientes Gebäude mit geringen Nebenkosten zu erschwinglichen Preisen erwerben und frei darüber verfügen. Durch das Erbpachtrecht sind Sie an einen moderaten Weiterverkauf gebunden.

Mit der Bereitstellung eines Grundstücks im Wert von ca. 1,4 Mio. €, das im Eigentum der öffentlichen Hand verbleibt, werden ohne weitere staatliche Unterstützung zielgerichtete Investitionen in die Quartierentwicklung und in den aktiven Klimaschutz in Höhe von bis zu 10,0 Mio. € generiert.

Der Bau von nur 20 Wohnungen kann bis zu 180 Tonnen CO2 in Jahr einsparen.

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