Großes Tropenhaus Berlin-Dahlem

Preisträger in der Kategorie S

Projektbezeichnung
Großes Tropenhaus Berlin-Dahlem
Firma/ Institution
Haas Architekten
Kategorie
S
Jahr
2010
Bezirk
Steglitz-Zehlendorf
Großes Tropenhaus Berlin-Dahlem
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Dieses einzigartige, vor hundert Jahren vom königlichen Baurat Alfred Koerner gebaute Gewächshaus, ist nicht nur das Wahrzeichen des Botanischen Gartens Berlin-Dahlem sondern auch ein wertvolles und schützenswertes Denkmal der Hauptstadt. Das Charakteristikum des Hauses ist das außenliegende Stahlfachwerk, welches an Berliner Industriearchitektur um die Jahrhundertwende erinnert. Das Große Tropenhaus ist der größte stützenfreie Bau dieser Art in Europa.

In den letzten Jahrzehnten hat das Große Tropenhaus nur die allernotwendigste Instandhaltung erfahren. Deshalb hat sich im Laufe der Jahre der Zustand des Hauses so verschlechtert, dass eine Grundsanierung zwingend notwendig wurde. Die Konstruktion war mit Bleimennige gestrichen und musste komplett gesandstrahlt werden. Die Acrylscheiben aus den sechziger Jahren waren spröde und hatten nur noch sehr schlechte Lichttransmissionswerte und sehr hohe Wärmedurchgangswerte.

Die neue Beleuchtung ist nach optimalen Assimilationgesichtspunkten ausgelegt (400 nm blau und 600 nm rot). Die ursprüngliche Kleinteiligkeit des Großen Tropenhauses wird annähernd wieder mit sehr schlanken Stahlprofilen hergestellt. Ein neuer Zwischenbau zwischen Victoria - Regia - Haus und Großem Tropenhaus schafft den barrierefreien Zugang.

Durch die neue Isolierverglasung und eine automatisierte Technik mit Wärmerückgewinnungsanlagen werden mehr als 50 % des bisherigen Energieverbrauches mit folgenden technischen Erneuerungen eingespart:

  1. Die Stahlprofil- und Glaskondensation wird mit einer niedertemperierten Fassadenheizung fast auf Null reduziert. Die hohe Feuchtigkeit von den notwendigen 80 % stellt eine Herausforderung an Material und Technik dar.
  2. Das Haus wird im Winter über Sorptionsgeräte entfeuchtet. Die Sorptionstechnik setzt durch den Entfeuchtungssprozess Wärme frei. Somit konnte zum einen die erhöhte relative Feuchte durch die dichtere Isolierglashülle reguliert werden und darüber hinaus den Energieverbrauch gesenkt werden.
  3. Zwei 17 m hohe Türme sind mit latenten Wärmespeichern ausgerüstet. Über Ventilatoren wird die warme Schichtenluft tagsüber wieder unten eingeblasen. Nachts wird die kühlere Raumluft, über die tagsüber aufgewärmten latenten Wärmespeicher geführt und ohne Energiezufuhr erwärmt.

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