KlimaSchutzPreisträger 2014

Hier finden Sie die Preisträger von 2014, die am Wettbewerb für die Berliner KlimaSchutzProjekte teilgenommen haben.

 

Neubau Firmengebäude FLEXIM

Preisträger in der Kategorie B

Projektbezeichnung
Neubau Firmengebäude FLEXIM
Firma/ Institution
Ziegert | Roswag | Seiler Architekten Ingenieure
Kategorie
B
Jahr
2014
Bezirk
Marzahn-Hellersdorf
Neubau Firmengebäude FLEXIM
Roswag Architekten
Außenansicht mit Eingangssituation

Die Berliner Firma Flexim ist ein international agierendes Unternehmen auf dem Gebiet der Entwicklung und Herstellung von Ultraschall-Durchflussmessgeräten. Die Firma hat ein Grundstück für ihren zukünftigen Firmensitz in Marzahn erworben, die Baugenehmigung liegt bereits vor, die Ausführung ist in Bearbeitung.

Das geplante Gebäude basiert auf einem Höfekonzept in mehreren Bauabschnitten um dem Expansionsvolumen von etwa 20% jährlich gerecht zu werden. Im ersten Bauabschnitt ist ein kompakter Baukörper mit zwei Höfen geplant. Der zur Straße orientierte Haupteingang mit einem Vorplatz bildet die Firmenadresse und kann in Ausbaustufen ergänzt werden welche im Landschaftskonzept verortet sind.

Über den Haupteingang betritt man das Gebäude und gelangt ins Foyer und Atrium. Daran sind ein Schulungsbereich mit Räumen verschiedener Größe sowie eine Cafeteria mit einer Außenterrasse angeschlossen. Über verschiebbare Trennwände ist eine flexible Zusammenlegung der Räumlichkeiten vorgesehen.

Über eine freie Treppe im Atrium gelangt man zum „Boulevard“ im 1. Obergeschoss. Diese kommunikative Sonderzone dient zur Erschließung und umfasst einen Großteil der Besprechungs- und Sozialräume. Großzügige Verglasungen bieten Ausblicke und ermöglichen eine schnelle Orientierung im Gebäude.

Der Geschossbau zeichnet sich durch seine hohe Flexibilität aus. Eine versetzte Mittelachse ermöglicht sowohl eine 2-hüftige Erschließung für Büros, als auch große zusammenhängende Flächen für Produktion, Fertigung und Entwicklung sowie den Vertrieb.

Zwei Lastenaufzüge/Treppenhauskerne ermöglichen eine kreisläufige Erschließung der Produktions- und Fertigungsbereiche und schaffen einen Warenkreislauf, der vom Wareneingang im UG über die Verarbeitung in den Obergeschossen bis zur Kommissionierung und dem Warenausgang, wieder im UG, reicht. Das Kellergeschoss ist als Lager und Logistikebene geplant.

Das Gebäude ist in wirtschaftlicher Hybridbauweise mit überdurchschnittlich gedämmten raumabschließenden Bauteilen geplant. Es kommen möglichst CO2-neutrale Baustoffe (Holz, Cellulose) zum Einsatz. Die Planung basiert auf einem Low-Tec Konzept, welches die Hülle optimiert und die Gebäudetechnik weitgehend reduziert.

Der Skelettbau kombiniert Holzstützen und Holzunterzüge mit einem Achsabstand von 4m in der Fassadenebene sowie Betonstützen für die versetzte Mittelachse mit einer doppelten Spannweite. Je nach Anforderung wurde das geeignete Material ausgewählt, und seinen Eigenschaften entsprechend eingesetzt.

Die Außenwand wird als hochwärmedämmende Holzkonstruktion in Holzrahmenbauweise mit Zellulosedämmung ausgeführt. Die hinterlüftete Holzfassade schafft eine diffusionsoffene Außenwandkonstruktion. Die Bandfassade wird durch die regelmäßige Anordnung opaker Lüftungselemente gegliedert, welche zur natürlichen Belüftung und Nachtauskühlung des Gebäudes genutzt werden. Die Kellerfassade besteht aus einer durchgehenden transluzenten Bekleidung mit integrierten Fenstern zur Belüftung und Belichtung der Kellerräume.

Innenliegende Räume im Untergeschoss sowie der Bereich der Cafeteria werden mechanisch über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung belüftet. Die allgemeine Lüftung des Gebäudes ist als „freie Lüftung“ über öffenbare Fenster mit teilweiser Automation vorgesehen. Das Flachdach wird flächig extensiv begrünt, eine Photovoltaik-Anlage ist geplant.

Die Decken der Obergeschosse bestehen aus vorgefertigten Holz-Beton-Verbundelementen und werden mit einem Heizestrich versehen. Im Kellergeschoss ist die Bodenplatte als Rohfußboden mit einer Industrieflächenheizung vorgesehen.

Optional ist die Wärmeversorgung zu ca. 80% über Wärme aus kommunalem Abwasser mittels eines ca. 100m langen, kanalintegriertem Wärmetauschers geplant.

Zur Optimierung der Tageslichtversorgung und zur Reduzierung des Energiebedarfs wurden Tageslicht- sowie thermische Simulationen erstellt. Die Anforderungen der EnEV können so um ca. 30% unterschritten werden.

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