KlimaSchutzPreisträger 2013

Hier finden Sie die Preisträger von 2013, die am Wettbewerb für die Berliner KlimaSchutzProjekte teilgenommen haben.

 

Köpfchen statt Kohle

Preisträger in der Kategorie S

Projektbezeichnung
Köpfchen statt Kohle
Firma/ Institution
stratum GmbH
Kategorie
S
Jahr
2013
Bezirk
Pankow
Köpfchen statt Kohle
stratum GmbH 2013
Die qualifizierten „Energiemanager“ sind auch am T-Shirt erkennbar. Wer die Prüfung bestanden hat, darf das schwarze Shirt mit dem stylischen Schriftzug tragen.

Mit „Köpfchen statt Kohle“ geht der Berliner Bezirk Pankow neue Wege bei der Integration von Gebäudenutzern im Energiemanagement. An Schulen, die eine zentrale Einzelraumsteuerung aufweisen, wird die Verantwortung für die Heizungsregelung, die bisher allein beim Hausmeister oder der Schulleitung lag, auf die gesamte Schule übertragen. Dies erfolgt in mehreren Schritten, bis eine Integration in den organisatorischen und pädagogischen Schulalltag erreicht ist:

  • Unterstützt durch einen externen pädagogischen Dienstleister werden in den Schulen ab Klassenstufe 4 (teilweise sogar Klassenstufe 3) zwei bis drei Schüler jeder Klasse zu „Energiemanagern“ qualifiziert. Sie erhalten eine Schulung, absolvieren einen Test mit 30 Fragen und arbeiten sich anschließend in das praktische Heizungsmanagement ein. Die Qualifizierung wird mit einem Zertifikat bescheinigt und im Jahreszeugnis gewertet.
  • Um den Schülern Zugang zur Einzelraumregelung zu geben, wird eine eigene Infrastruktur geschaffen, die aus einem PC mit Anschluss an den Steuerungsserver, einem Farbdrucker und einem großen externen Monitor im Publikumsbereich des Schulhauses besteht. An diesem Computer analysieren die Schüler die Einstellungen und Auswertungsdiagramme und verändern gezielt Heizungseinstellungen, um Einsparmöglichkeiten zu realisieren.
  • Änderungen an den Heizungseinstellungen nehmen die „Energiemanager“ nur in Abstimmung mit den Lehrkräften und Klassengemeinschaften vor. Dabei haben sie auch die Gelegenheit, das Funktionsprinzip der Heizanlage zu erklären, Zusammenhänge zwischen Raumtemperatur, Energiebedarf und Klimaschutz aufzuzeigen und das Verantwortungsbewusstsein von Schülern und Lehrkräften zu stärken.
  • Um Fehlern und Ausfällen auf die Spur zu kommen, prüfen die „Energiemanager“ die Komponenten der Heizung auch direkt, z.B. durch Temperaturmessungen im Raum und an den Heizkörpern. Defekte Hardware (wie z.B. Thermostatventile) wird auf diese Weise rasch entdeckt und repariert. Natürlich werden unter Umständen auch weitere technisch-bauliche Mängel wie undichte Fenster, schlechte Isolierungen oder mangelnde Lüftungsmöglichkeiten gefunden und auf „Energiekonferenzen“ mit Schulleitung, Verwaltungsebene und politisch Zuständigen diskutiert.
  • Zusätzlich zur laufenden Kontrolle und Optimierung des Heizenergiebedarfs wird auch die Raumluftqualität durch CO2-Messungen überprüft und werden den Klassen Verhaltensvorschläge und organisatorische Hinweise für effektives und gleichzeitig energiesparendes Lüften gemacht.
  • Die Befunde der „Energiemanager“, ihre Verbesserungsvorschläge und die Ergebnisse ihrer Aktivitäten werden protokolliert und veröffentlicht. In Wandzeitungen, mit Postern und mit Hilfe des großen Monitors im Eingangsbereich der Schulen wird laufend informiert und motiviert.

Unter dem Projekttitel „Klasse Klima“ soll dieses Modell der direkten und schulweiten Nutzerintegration in das Energiemanagement möglichst auf alle Schulen mit Einzelraumsteuerung ausgeweitet werden. In der Pilotphase während der Heizperiode 2012/2013 würde das Konzept erfolgreich in der Homer Grundschule, der Schule am Falkplatz und der Grundschule am Kollwitzplatz erprobt. Mit „Klasse Klima“ bekommt die Nutzerintegration im Energiemanagement von Schulen eine neue nachhaltige Perspektive, weil dadurch erstmals eine langfristig wirksame und technisch kontrollierbare Optimierung des Energieverbrauchs möglich wird, die nicht als Fremdbestimmung wahrgenommen wird und bei der die Motivation und Initiative sich auf breiter sozialer Basis immer wieder erneuert. Denn die „Energiemanager“-Qualifikation und die sich daran anschließende Projektarbeit ist Teil des pädagogischen Auftrags der Schulen, sowohl im Bereich des naturwissenschaftlich-technischen Wissens als auch hinsichtlich der methodischen und sozialen Kompetenzen, die dabei erworben und gefestigt werden.

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