Klimaneutrale Energiebilanz des Wohnhau-ses "Langer Jammer"

Preisträger in der Kategorie B

Projektbezeichnung
Klimaneutrale Energiebilanz des Wohnhau-ses "Langer Jammer"
Firma/ Institution
GESOBAU AG und Fernheizwerk Märkisches Viertel GmbH
Kategorie
B
Jahr
2010
Bezirk
Reinickendorf
Klimaneutrale Energiebilanz des Wohnhau-ses "Langer Jammer"
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Wie in vielen Nachkriegssiedlungen fällt die energetische Bilanz des Wohnens in der Großwohnsiedlung Märkisches Viertel (MV) heute schlecht aus. Die Versorgung der Wohnungen mit Wärme und Warmwasser verursacht derzeit einen jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß von 40.000 Tonnen. Der Grund für den hohen Energieverbrauch im Märkischen Viertel liegt darin, dass die Energieeffizienz beim Bau der Häuser in den 60er Jahren kaum eine Rolle spielte. Das birgt eine Menge Einsparpotenzial - sowohl bei den Treibhausgas-Emissionen, als auch bei den Energiekosten, die letztendlich die Bewohner tragen müssen.

Wärme und Warmwasserversorgung:

Die Wärme - und Warmwasserversorgung des Märkischen Viertels erfolgt durch Fernwärme. Geliefert wird diese von dem im November 1966 in Betrieb genommenen Fernheizwerk, das von der Fernheizwerk Märkisches Viertel GmbH (FMV) - ein Tochterunternehmen der Vattenfall Europe Wärme AG - betrieben wird. Die FMV versorgt rund 30.000 Wohnungen, öffentliche Einrichtungen sowie zahlreiche Gewerbe- und Industriekunden. Die Fernwärme gelangt über ein unterirdisches, 70 km langes, eigenes Leitungsnetz mit 500 Hausübergabestationen zum Kunden. Die GESOBAU AG ist mit ihren Mieterinnen und Mietern der größte Kunde der FMV. Gemeinsam haben sich die GESOBAU AG und die FMV in einer Grundsatzvereinbarung das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit der Großwohnsiedlung Märkisches Viertel zu steigern und damit den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken. Bereits 2007 begann die GESOBAU AG mit der energetischen Modernisierung. Ende 2009 waren rund 2.500 Wohnungen fertig gestellt, 3.000 weitere werden 2010 folgen. Bis 2015 erfolgt die sukzessive Komplettmodernisierung der Wohneinheiten der GESOBAU, die rund 440 Millionen Euro kosten wird. Durch die energetische Modernisierung kann die GESOBAU mehr als 50 % ihres Wärmebedarfs einsparen.

Anpassung an neue Energiebedarfe:

Um sich dem reduzierten Bedarf anzupassen, wird die FMV bis Ende 2011 das Fernheizwerk, das bisher mit Erdgas betrieben wird, zu einem Biomasse-Heizkraftwerk umbauen. Durch den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen - zusätzlich zu dem Brennstoff Erdgas - und die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung kann die Wärmeversorgung der Wohnungen der GESOBAU im Märkischen Viertel in Zukunft über regenerative Energie erfolgen. Der Brennstoff für die neue Biomasseanlage besteht zu 100 % aus naturbelassenen Holzhackschnitzeln, die aus Waldrestholz oder aus Kurzumtriebsplantagen des Umlands bezogen werden sollen. Auf Kurzumtriebsplantagen werden besonders schnell wachsende Baum- und Strauchsorten, ähnlich wie Feldfrüchte, gezielt angebaut und maschinell geerntet. Durch langfristige Lieferverträge werden Quantität und Qualität sowie die ökologische Nachhaltigkeit sichergestellt.

Die FMV startete das Projekt "Biomasseanlage" im Jahr 2008 mit einem Investitionsvolumen von 33 Mio. Euro. Die neue Biomasseanlage soll in das bestehende denkmalgeschützte Gebäude des Fernheizwerkes integriert werden. Baubeginn ist im Juni 2010. Die Feuerungswärmeleistung für die Biomasseanlage ist auf 28 MW angelegt. Zusammen mit den beiden verbleibenden Gaskesseln, mit einer Feuerungswärmeleistung von jeweils 45,4 MW, wird die Gesamtfeuerungswärmeleistung dann nur noch 119 MW (vorher 182 MW) betragen.

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