Klimaschutzprojekte 2014

Hier finden Sie alle Berliner KlimaSchutzProjekte, die am Wettbewerb für 2014 teilgenommen haben.

 

Kraftwerk City Berlin

Projektbezeichnung
Kraftwerk City Berlin
Firma/ Institution
Boris Kazanski, Architekt und Urban Design Consultant Berlin - Sydney
Kategorie
B
Jahr
2014
Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf
Kraftwerk City Berlin
Boris Kazanski und Konrad Olma, sowie Google Earth
Kraftwerk City Berlin:
Konversion von innerstädtischen
Industrie- und Gewerbeflächen
in Wohn- und Mischgebieten

I. Hintergrund:
Gemäß einer vom Berliner Senat 2013 vorgelegten Studie, wächst die Bevölkerung Berlins in den nächsten Jahren voraussichtlich um ca. 20.000 Einwohner pro Jahr. Damit ergeben sich Anforderungen an die Schaffung von Wohnungen. Neben dem Schließen einzelner Baulücken im Stadtgebiet, ist im Sinne nachhaltiger Stadtentwicklung die Konversion von ehemaligen Industrie- und Gewerbeflächen in zentraler Lage dem Ausweisen neuer Baufelder auf der grünen Wiese vorzuziehen.

II. Bisherige Aktivitäten:
Den aktuellen Stadtentwicklungsplänen (STEP Industrie und Gewerbe, Mai 2011) ist zu entnehmen, dass einzelne innerstädtische Industrieflächen in Wohngebiete umgewandelt werden können. Die Konversion alter „Energiestandorte“ stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, deren komplexe Lösungsansätze nicht erst seit den Umwandlungsversuchen der „Battersea Power Station“ in London in einen Ausstellungsort, Planer und Investoren beschäftigen.

III. Standortauswahl zum Klimaschutz:
Mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Anschluss der Stadt an das westeuropäische Stromnetz, ist es für Berlin nicht mehr notwendig eine nahezu 100 % Eigenstromversorgung bereitzustellen. Weiterhin wird durch die Energiewende der Ausbau regenerativer Energie vorangetrieben, d.h. alte emissionsstarke Kraftwerke (Kohle und Öl) stillgelegt und durch GUD (Gas- und Dampfkraftwerke) ersetzt. Ebenso ist durch die Förderung der KWK (Kraftwärmekopplung) eine Umstrukturierung von großen Kraftwerkseinheiten zu kleineren Versorgungseinheiten (z. B. Blockheizkraftwerken „BHKW“) im Gange.

Bereits im Jahre 2002/03 wurde zum Kraftwerksstandort Berlin-Charlottenburg ein studentischer Ideenwettbewerb durchgeführt. Bis auf den Bau von einzelnen Wohnblocks auf den äußeren Freiflächen der angrenzenden Straßenzüge, sind allerdings keine der Ideen des Wettbewerbes bislang realisiert worden. Sogenannte „Brown Fields“ sind aber ein wichtiger Baustein für nachhaltige Stadtentwicklung, da sie nicht zusätzliche Flächen versiegeln, sondern sich meist in innerstädtischen Lagen mit einem hohen Maß an vorhandener Infrastruktur befinden. Damit eignen sie sich hervorragend für die Konversion zu neuem Wohnraum.

IV. Urban Design Masterplan – beispielhaft: Kraftwerksstandort Berlin-Charlottenburg:
Die besondere Herausforderung am Kraftwerksstandort Berlin-Charlottenburg ist der Erhalt umfangreichen denkmalgeschützten Gebäudebestandes sowie die Einbeziehung und Verknüpfung des umgebenden Bestandsquartiers mit der neu zu entwickelnden „Kraftwerk City“. Um die Projektentwicklung ökologisch und wirtschaftlich zu gestalten, werden vier Bauabschnitte empfohlen; im ersten Bauabschnitt werden die nicht mehr benötigten Öltanklager geräumt und ein Bodenaustausch vorgenommen. Dies ermöglicht in zentraler Citylage den Bau von drei Wohntürmen mit ca. 20 Geschossen, die die Höhe der Industriedenkmale sowie der Wohntürme in der näheren Umgebung jenseits der Spree aufnehmen.

V. Energie- und Nutzungskonzept:
Durch die Auswahl moderner Fassadentechnik mit Photovoltaik, die Nutzung weiterer Flächen zur Begrünung bzw. für Solarthermie und der Vorhaltung von unterschiedlichen Systemen der Wärmerückgewinnung, ist mit einem intelligenten Energiemix ein Standard als Passivhaus vorgesehen. Ein sehr günstiges Verhältnis von Wohn- zu Grundfläche, ermöglicht einen geringen ökologischen Fußabdruck, da die Nutzung der Umgebung als Grün- und Versickerungsfläche dient. Weitere Aspekte nachhaltigen Planens und Bauens werden nach dem aktuellen Stand des BNB-Systems vorbildhaft umgesetzt.

VI. Empfehlung zur nachhaltigen und klimagerechten Stadtentwicklung:
Die Verfasser empfehlen, alle Akteure entsprechender Grundstücke (Senat, Eigentümer, Wohnungsbaugesellschaften, Fachleute etc.) zu einem Runden Tisch zusammenzurufen, um solche, aber auch andere brachliegende Industriegelände kurzfristig für die wachsende Bevölkerung Berlins bereitzustellen.

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