Klimaschutzprojekte 2015

Hier finden Sie alle Berliner KlimaSchutzProjekte, die am Wettbewerb für 2015 teilgenommen haben.

 

Ecotel - Nachhaltiges Holzhotel

Projektbezeichnung
Ecotel - Nachhaltiges Holzhotel
Firma/ Institution
Lisa Kowalsky, Semesterarbeit mit Vera Hagspiel im Wintersemester 2013/14 an der TU Berlin
Kategorie
B
Jahr
2015
Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg
Ecotel - Nachhaltiges Holzhotel
Das Urheberrecht liegt bei den Verfassern Vera Hagspiel und Lisa Kowalsky.
Positionierung des \"Ecotels\" an der Spree
mit Blick auf die Michaelbrücke

Das Projekt „Ecotel“ verbindet die Idee eines Hotelbaus mit einer gebäudeintegrierten Anbaustruktur. Die grundlegenden konzeptionellen Themenschwerpunkte, die diese Architektur charakterisieren, sind Ernährung, Umwelt, Entspannung sowie die persönliche Weiterentwicklung auf verschiedenen Ebenen.

Der Zielgruppe des umwelt-, gesundheits- und körperbewussten Individualisten ab 30+ soll dafür ein ökologisches „Ecotel“ in der Stadt Berlin geboten werden. Aufgrund der Verdrängung des natürlichen Lebensraumes aus modernen Stadtstrukturen muss die Natur ihren angemessenen Platz im urbanen Gefüge wieder zurückerobern. Aus diesem Grund entstehen im Gebäude verteilte Gewächshäuser, die Nahrungsmittel zum eigenen Verbrauch der Besucher produzieren und somit einen internen Lebenskreislauf generieren.

Als Schulungs- und Forschungsbeispiel soll das Hotel durch verschiedenartigste Abhängigkeiten die Frage nach einer zeitgerechten nachhaltigen Architektur bewerten. Herausgeschnittene Volumen aus dem kompakten Baukörper ermöglichen zum Einen, dass das natürliche Tageslicht in den Gebäudekern fällt und dass zum Anderen Anbauflächen für die Pflanzen entstehen. Die sogenannten „Green Spots“ sollen sowohl für den Gast als auch für das Hotel selbst von Nutzen sein. Der Besucher kann Seminare und Kurse zum Thema „Ernährung und Anbau“ in Anspruch nehmen und lernen, mit frischen Nahrungsmitteln umzugehen. Darüberhinaus entstehen durch die Gewächshäuser zusätzliche Aufenthaltsorte, die unterschiedlichen Funktionen bereitgestellt werden.

Der angefertigte Entwurf versucht den Begriff der Nachhaltigkeit auf unterschiedlichen Ebenen zu verstehen und in das Gebäude zu integrieren. Die Umsetzung bestimmter Maßnahmen bestätigt zum Beispiel die hohe energetische Effizienz des Hotelbaus. So wird unter anderen der Verbrauch verschiedener Energieformen durch Biomasse, Solarenergie und das Gewächshaussystem „Watergy“ abgedeckt. Die gut gedämmte Gebäudehülle mit ihrem außenliegenden baulichen Sonnenschutz wiederum bewahrt die Architektur vor einer Überhitzung im Sommer. Noch dazu werden lüftungs- sowie wassertechnische Systeme mit Wärmerückgewinnung eingebaut, um möglichst wenig vorhandene Energie zu verlieren. In diesem Sinne werden auch das benutzte Wasser sowie der täglich anfallende Hotelmüll recycelt.

Durch den Anbau von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen zur eigenen Verwendung oder deren regionalen An- und Verkauf generiert der Entwurf eine wirtschaftliche Grundstruktur, die zukünftig weiter ausgebaut werden kann. Großstädte wie New York City beweisen, dass die Bedeutung einer nahliegenden Lebensmittelversorgung stetig zunimmt.

Ebenso helfen bereits kleine Details innerhalb der Ausführungsplanung sowie der späteren Benutzung des Gebäudes dabei, eine nachhaltige und positive Bilanz aufzustellen. Durch die Verwendung von Induktionsherden und Energiesparlampen; begrenzten Durchflüssen der Sanitärarmaturen; dem Verzicht von chemischen Reinigungsmitteln durch robuste und einfach zu säubernde Oberflächen; einer zentralen Staubsauganlage, die Stromeinsparnisse fördert, sowie biologisch abbaubaren Waschmitteln können auf unterschiedlichen Wegen große Energiemengen eingespart werden.

Noch dazu bewirkt das geschärfte Bewusstsein der gesonderten Zielgruppe der Hotelbesucher, dass diese durch ihr Denken und Handeln selbst schon Energie sparen, indem sie unter anderen ihre Zimmer selbst lüften sowie wenn kein Bedarf vorhanden ist, das Licht ausschalten. So soll eine überschaubare Anleitung in jedem Hotelzimmer den Nutzern erklären, wie sie selbst durch ihre bewussten Aktivitäten Teil des Nachhaltigkeitskonzeptes werden können.

Diese Faktoren bilden eine vernetzte Gesamtstruktur, die wie jede Holzfaser innerhalb eines Baumes seine individuelle Komponente zur „Gesundheit“ und in diesem Sinne zur „Nachhaltigkeit“ beiträgt.

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