Klimaschutzprojekte 2017

Hier finden Sie alle Berliner KlimaSchutzProjekte, die am Wettbewerb für 2017 teilgenommen haben.

 

Effiziente(re) Wärmedämmung: Interdisziplinäres Forschungsprojekt zur ganzheitlichen Analyse verschiedener Dämmstoffe versus Graue Energie

Projektbezeichnung
Effiziente(re) Wärmedämmung: Interdisziplinäres Forschungsprojekt zur ganzheitlichen Analyse verschiedener Dämmstoffe versus Graue Energie
Firma/ Institution
Märkische Scholle Wohnungsunternehmen eG
Ansprechpartner
Dirk Lausch (Telefon: 030 896 008 37)
Kategorie
B
Jahr
2017
Bezirk
Steglitz-Zehlendorf
Effiziente(re) Wärmedämmung: Interdisziplinäres Forschungsprojekt zur ganzheitlichen Analyse verschiedener Dämmstoffe versus Graue Energie
Dirk Lausch/Märkische Scholle
Forschungsobjekt in der Schwelmer Straße

Effiziente Haustechnik = weniger Dämmung = weniger Graue Energie = weniger CO2

Der Wettbewerbsbeitrag ist ein ganzheitliches Forschungsprojekt, eingebettet in ein seit 2014 laufendes energetisches Sanierungsvorhaben in Lichterfelde Süd. Das Quartier entlang des befindet sich im Eigentum der Berliner Wohnungsgenossenschaft Märkische Scholle (MS). Kooperationspartner der Genossenschaft sind die e+Zeit Ingenieure, die das energetische Gesamtkonzept entwickelt haben. Es werden 860 Wohnungen aus den 30er- und 60er-Jahren modernisiert; es entstehen zusätzlich gut 250 Wohneinheiten neu.

Märkische Scholle eG, e+Zeit Ingenieure GmbH und die Firma Caparol realisieren am Standort Schwelmer Straße ein Pilotprojekt, um aussagekräftige Daten zur Effizienz von Fassadendämmung zu sammeln. Erstmals kommt hierbei Hanf zum Einsatz. Wissenschaftlich begleitet wird die Analyse von der Beuth Hochschule in Berlin.

Einer besonderen Betrachtung wird im Zuge des Projekts die sogenannte Graue Energie unterzogen. Startschuss für die vergleichende Analyse war der Sommer 2016. Ab einer Dämmstärke von 8 cm (Dämmung mit Wärmeleitgrad 035) sind bereits alle Behaglichkeitskriterien erfüllt, während die EnEV jedoch ein Minimum von 12 cm Dämmung fordert. Gleiches gilt für die KfW-Förderung. Die Überzeugung der Projektpartner: Im Zusammenspiel mit der richtigen, sprich effizienten Technik, ist das zu sanierende Gebäude bei einer Dämmstärke von 10 bis 12 cm bereits ausreichend vor Wärmeverlusten geschützt. Mehr noch: Die u. a. bei der Dämmstoffherstellung entstehende Graue Energie würde erheblich gemindert – und somit der CO2-Ausstoß! Untersuchungsgegenstand sind insgesamt fünf 30er-Jahre-Gebäude des zweiten Bauabschnitts in der Schwelmer Straße 9-12. Die Gebäude, an denen die ganzheitliche CO2-Minderung unter Berücksichtigung der Gebäudehülle und Haustechnik untersucht wird, werden durch das Bundesministerium für Umwelt und der KfW gefördert. An vier der Projektgebäude wurden unterschiedliche WDV-Systeme angebracht: Mineralwolle, Mineralwolle mit Spezialbeschichtung sowie Holzwolle. Erstmals kommt in Kooperation mit der Firma Caparol auch Hanf als Dämmmaterial zum Einsatz. Die Häuser wurden kurz vor Abgabe des Wettbewerbsbeitrags fertiggestellt. Das Referenzobjekt ist mit einer herkömmlichen Styropordämmung versehen.

Für die Analyse sind vergleichbare Größen, ähnliche Mieterstruktur sowie die gleiche energetische Sanierungsqualität der Häuser optimal. Und: alle Gebäude sind mit einer hocheffizienten Heizanlage versehen.

Das Ziel: Die Gebäude mittels Monitoring analysieren und optimieren, um ein Höchstmaß an regenerativer Energieversorgung von bis zu 100 % zu erreichen, ohne das Stromnetz durch eine Überproduktion von Strom aus Photovoltaikanlagen zu belasten. Dabei soll der Energiebedarf des gesamten Lebenszyklus in Abhängigkeit der eingesetzten unterschiedlichen Baustoffe bzw. Sanierungsverfahren analysiert werden. Im Idealfall wird der Gesamtenergieverbrauch über die Lebensdauer der Gebäude optimiert, vor allem unter Berücksichtigung der Grauen Energie.

Neu ist, dass Projektpartner aus Wirtschaft, Planung und Wissenschaft gemeinsam im Rahmen einer praxisorientierten Feldstudie bewährte und neue Dämmmaterialen ganzheitlich betrachtet auf den Prüfstand stellen. Damit soll eine umfassende Bewertung der Gebäudeeffizienz möglich werden, die über das bisher übliche Maß hinausgeht. Das Monitoring der untersuchten Gebäude betrifft die Erfassung aller Daten, die unter technischen, ökonomischen und ökologischen Aspekten relevant sind – die Basis für die anschließenden Analysen der unterschiedlichen Dämmsysteme und Sanierungsvarianten.

Die These: Der Weg zu diesem Ziel führt ausschließlich über ein sinnvolles und ausgewogenes Verhältnis von Dämmung bzw. Dämmstärke und eingesetzter Haustechnik. Nach Auffassung der Projektpartner bedeutet nachhaltiges Planen und Bauen, den Ressourceneinsatz, die Graue Energie und die Energie zur Gebäudetemperierung aufeinander abzustimmen.

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