Klimaschutzprojekte 2019

Hier finden Sie alle Berliner KlimaSchutzProjekte, die am Wettbewerb für 2019 teilgenommen haben.

 

Neue Berliner Luft: Wie Berlin die Elektromobilität entdeckt

Projektbezeichnung
Neue Berliner Luft: Wie Berlin die Elektromobilität entdeckt
Firma/ Institution
ubitricity Gesellschaft für verteilte Energiesysteme mbH
Kategorie
B
Jahr
2019
Bezirk
Tempelhof-Schöneberg
Neue Berliner Luft: Wie Berlin die Elektromobilität entdeckt
ubitricity
E-Autos an Laternen laden – in Berlin demnächst an bis zu 1000 Laternen möglich

Neben der Verbesserung des ÖPNV-Angebots und Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung, spielt die Elektrifizierung des Individualverkehrs im innerstädtischen Raum eine besondere Rolle für die nachhaltige Verbesserung der Luftqualität. Der Verkehr und besonders Diesel-Pkw sind für fast 70 Prozent der verkehrsbedingten NO2-Immissionen in Städten verantwortlich. Derartige Stickstoff-Verbindungen sind maßgeblich an der Entstehung von Treibhausgasen in der Atmosphäre verantwortlich und beeinträchtigen das Wachstum von Pflanzen. Gleichzeitig lag der Anteil an Elektro-, Hybridfahrzeugen bei den Neuzulassungen im Jahr 2016 unter zwei Prozent.

Der Erfolg der Elektromobilität hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Zentral ist hierbei sowohl das fahrzeugseitige Angebot als auch das Ladeinfrastrukturangebot.

Im Rahmen des "Sofortprogramms Saubere Luft 2017 bis 2020" hat sich daher ein Konsortium von Partnern aus der Berliner Politik, Forschung und Wirtschaft zusammengetan, um den Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Hauptstadt voranzutreiben. Ziel des Projekts ist der Aufbau von 1.000 Laternenladepunkten basierend auf der MobileMetering-Technologie im öffentlichen Raum und weiteren 660 Ladepunkten im privaten Raum in Zusammenarbeit mit Partnern aus der öffentlichen Verwaltung, Forschung und Wirtschaft. Teilnehmende Partner des Projektes sind die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, die GASAG Solution Plus GmbH, Hubject, das DAI-Labor, das Reiner-Lemoine-Institut und ubitricity.  

MobileMetering-Technologie

ubitricity hat einen mobilen Stromzähler entwickelt, der in ein Ladekabel integriert ist. Nutzer schließen für ihr Kabel einen Mobilstromvertrag beim Energieanbieter Ihrer Wahl ab und laden an jedem ubitricity-Ladepunkt zu den Konditionen dieses Energie-Vertrages – am Monatsende werden alle Ladevorgänge kWh-genau auf einer Rechnung zusammengefasst und abgerechnet. So kann sichergestellt werden, dass die Strommengen auch in Mehrfamilienhäusern und in gewerblichen Fuhrparks kWh-genau erfasst und dem Vertragshalter unabhängig des Ladeortes zugeordnet werden können. Daraus leiten sich besondere Vorteile für Nutzer und Betreiber der Ladeinfrastruktur ab.

Beispielsweise kann Ladeinfrastruktur in Straßenlaternen integriert werden – zu geringen Einmalkosten (durch Integration in bestehende Infrastruktur) sowie sehr geringen laufenden Kosten. Dabei bleibt das Stadtbild äußerlich unverändert. Dies wird ermöglicht, indem die Nutzer einen Teil die Technologie zur Messung des Stroms, Identifizierung des Zählers und Authentifizierung des Ladevorgangs selbst mitbringen. Das wiederum ermöglicht den Kunden neben einer komfortablen Nutzung (vollautomatische Autorisierung – Plug&Play) die freie Lieferantenwahl für ihr Elektrofahrzeug – auch im öffentlichen Raum.

Bis zu 1.000 solcher Ladepunkte sollen basierend auf dieser Technologie in zwei Phasen errichtet werden. In Phase 1 erfolgt zunächst der Aufbau von 500 Laternenladepunkten in den zwei Projektbezirken Steglitz-Zehlendorf und Marzahn-Hellersdorf. Im weiteren Fortgang des Projekts welches 500 weitere Laternenladepunkte vorsieht, soll dann auch das Laden mit einem Standardladekabel an diesen Ladepunkten ermöglicht werden.In Zusammenarbeit mit der GASAG Solutions Plus werden darüber hinaus in Neubauten bis zu 660 Ladepunkte vorgerüstet, um Elektromobilität besonders in Mehrfamilienhäusern und an Firmenstandorten einfach und kostengünstig für alle beteiligten Stakeholder zu ermöglichen.

Das Projekt wird darüber hinaus wissenschaftlich begleitet, um den Einfluss der neu entstehenden Ladeinfrastruktur auf die Berliner Luftqualität zu evaluieren und weitere Erkenntnisse auch mit Blick auf netzdienliche Integration von Ladeinfrastruktur in das Verstetigungskonzept einfließen zu lassen.

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