STADT UND LAND errichtet nachhaltiges Stadtquartier mit 900 Mietwohnungen in Berlin Neukölln

Preisträger in der Kategorie B

Projektbezeichnung
STADT UND LAND errichtet nachhaltiges Stadtquartier mit 900 Mietwohnungen in Berlin Neukölln
Firma/ Institution
STADT UND LAND Wohnbautengesellschaft mbH
Ansprechpartner
Anja Libramm (Telefon: 030 68926281 )
Kategorie
B
Jahr
2021
Bezirk
Neukölln
STADT UND LAND errichtet nachhaltiges Stadtquartier mit 900 Mietwohnungen in Berlin Neukölln
reicher haase assoziierte / Drees & Sommer
Vogelperspektive Quartier / Einbau ADL

Das landeseigene Wohnungsbauunternehmen STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH baut im Bezirk Neukölln ein Quartier mit rund 900 Wohnungen für breite Schichten der Bevölkerung auf einer Fläche von 15,3 ha (Brutto-Bauland). Nach abgeschlossener Planungsphase ist für August 2021 der Hochbaustart geplant. Das Quartier wird in drei Bauabschnitten entwickelt und soll Ende 2024 fertig gestellt sein.

Die Wärmeversorgung der Buckower Felder soll CO²-neutral erfolgen. Die Gebäude werden überwiegend in monolithischer Massivbauweise errichtet. Über 20 Prozent der Quartiersfläche wird in Holzbauweise errichtet. Beide Bauweisen stehen für ein Verständnis von Nachhaltigkeit, das über den Bau hinausgeht und die Baustoffherkunft ebenso wie den Betrieb mitdenkt. Hier bietet die monolithische Bauweise aufgrund ihrer energiearmen Materialherstellung und Ihrer Langlebigkeit Vorteile gegenüber dem konventionellen Massivbau mit Wärmedämmverbundsystem. Für das Quartier wird die Förderung im Programm KfW-Effizienzhaus 55 bzw. über die neue BEG-Förderung angestrebt, wodurch der Energieverbrauch deutlich unter den gesetzlichen Vorgaben des EnEV/GEG-Referenzhauses liegen wird.

Die Energieversorgung des Quartiers erfolgt hoch effizient, CO2-neutral nach BAFA, indem Synergieeffekte der Wärmerückgewinnung und Photovoltaik genutzt werden. Das Gebiet soll in partnerschaftlicher Gemeinschaft mit den Berliner Stadtwerken über ein Wärmenetzsystem der vierten Generation versorgt werden. Die Vorlauftemperaturen dieser Art der Wärmenetze sind im Vergleich zu konventionellen Hauswärmenetzen niedrig. Dies ermöglicht die Integration eines hohen Anteils an erneuerbaren Energiequellen und die Einbindung von Abwärme in das System. Aufgrund geringer Verteilverluste sind Wärmenetze 4.0 darüber hinaus hoch effizient. Aus der Abwasserdruckleitung am Buckower Damm wird zunächst Abwärme gewonnen. Diese wird über einen Wärmetauscher in das Wärmenetz des Quartiers eingespeist. Von dort findet die Weiterverteilung von Wärme und Warmwasser in die Wohnungen statt. Zusätzlich zur Nutzung von Abwärme durch die Wärmeversorgungsanlage wird der Strom im Quartier umweltfreundlich aus Photovoltaik-Dachanlagen erzeugt, die ca. 40 Prozent der Dachflächen des Quartiers belegen. In der Summe sieht das Konzept eine CO2-neutrale Wärmeerzeugung ab dem ersten Tag der Wärmelieferung nach Inbetriebnahme der gesamten Wärmeversorgungsanlage vor.

Besonderen Wert wird zudem auf die Nachhaltigkeitsaspekte der Regenwasserbewirtschaftung und der Mobilität gelegt. Dachflächen werden zu mindestens 80 Prozent sowohl extensiv als auch intensiv begrünt und dienen damit zur Regenwasserrückhaltung. Zusammen mit den Berliner Wasserbetrieben und dem Bezirk soll hier ein Pilotprojekt geschaffen werden, das im Sinne der neuen Klimaschutzziele des Landes Berlin zeigt, dass auch bei schwierigen Baugrundverhältnissen eine dezentrale Entwässerung gelingt. Im Zuge des Pilotprojekts kommen hier u.a. Baumrigolen zum Einsatz. Diese leiten das Niederschlagswasser durch den Wurzelraum des Bodens, wo es teilweise von Bäumen aufgenommen werden kann. Über das Quartier verteilte Grünflächen und ein großzügiger Landschaftspark münden im Grün der naheliegenden Felder und tragen zur Möglichkeit der Regenwasserversickerung bei. Diese Anlagen dienen als natürliche Retentionsflächen. Das Quartier soll außerdem über reichhaltige Fassadenbegrünungen verfügen, vor allem an den an südlich orientierten Fassaden. Dieser hohe Grünanteil wirkt sich positiv auf das Kleinklima und die Biodiversität des Quartiers aus. Feinstaub und Schadstoffe sowie CO2 werden aus der Luft herausgefiltert und im Substrat der Grünflächen gebunden. Das Erschließungskonzept setzt wesentliche Bausteine einer nachhaltigen Mobilität um. Das Mobilitätskonzept zielt darauf ab, den CO2-Austoß innerhalb des Quartiers wesentlich zu reduzieren.

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